Da ich leidenschaftlich gerne Schreibe, insbesondere Abenteuer- und Liebesgeschichten, hab ich euch hier den Anfang (!) einer dieser Geschichten veröffentlicht! Warum nur den Anfang? Ganz einfach: Ich möchte mehr von eurer Kreativität sehen! Mailt mir Anregungen, Teile oder ganze Geschichten als Fortsetzung! Es muss noch nicht einmal viel sein, ein paar Stichworte reichen auch aus. Alles (was wenigstens halbwegs angemessen erscheint ;-) ) wird eingebaut! Also, dann mal los:
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Teil I (by MADmoni) Teil II (by MADmoni) Teil III (by Mareike) |
Teil IV (by MADmoni) Teil V (by MADmoni) Teil VI (by Matt) |
Teil
VII (by Crowy)
Teil VIII (by Janine E.) |
Und so fing alles an...
An diesem Montag Nachmittag lief ich mit gesenktem Kopf die Straße entlang. Ich war nicht besonders gut gelaunt und eher traurig, weil mein Schwarm eine neue Freundin hat. ,Warum hab eigentlich immer ich so'n Pech mit Jungs?' dachte ich traurig. Leider stimmt das auch, denn keiner der wirklich gutaussehenden Jungs mag mich besonders. Immer mögen sie alle nur dieses hässliche, große Pickelgesicht das sich meine Freundin nennt! Und das auch nur wegen ihrer Oberweite und den weit ausgeschnittenen Tops, das gleich ein ganzer Kopf reinpassen würde! Sonst ist sie gar nicht so hübsch! Sie sieht aus wie eine angetuschte Barbie mit Akne. Völlig in Gedanken vertieft merkte ich gar nicht, wie ich gegen einen jungen Mann gelaufen war und landete auf dem Boden...
"Oh, entschuldigen sie bitte vielmals, ... ich... ich hab nicht aufgepasst!", ich hob meine Tasche und die daraus gefallenen Sachen auf. - "Verzeihung, das wollte ich nicht! Ist auch alles in Ordnung?" Er bückte sich um mir beim Aufheben der Sachen zu helfen, wobei sich unsere Hände kurz berührten. Mich durchfuhr ein Schauer. Zum ersten Male an diesem Tag schaute ich auf. Unsere Blicke trafen sich und mir wurde plötzlich ganz warm und ich wurde unruhig. "Nein, ... äh,... ich meine ja! Natürlich, ja! Mir geht's gut..." Vergessen waren Trauer und Einsamkeit, ... der Mann war ein Junge etwa in meinem Alter, und zwar der süßeste Junge der mir je begegnet war! Ich lächelte verlegen. Normalerweise wäre ich jetzt froh, wenn meine 'Freundin' hier wäre, weil ich ziemlich schüchtern bin. Aber in dieser Situation ging es auch ganz gut ohne sie, denn sie hätte sich gleich so an ihn rangemacht, dass mir keine Chance blieb. "Tut mir leid, ich war völlig in Gedanken, da hab ich nicht aufgepasst. Ist auch wirklich alles in Ordnung?" Er hatte eine so sympathische Stimme, ich wollte ihm am liebsten sofort von all meinen Sorgen und Problemen erzählen. Ich durfte das Gespräch nicht beenden. "Ja, ja klar. War ja meine Schuld. Ich hab zur Zeit ziemliche Probleme, entschuldige meine Schusseligkeit... äh,... es geht mich ja nix an, aber du scheinst auch nicht besonders fröhlich zu sein?" Er grinste. "Schon gut, denn da hast du nicht ganz unrecht. Ich stecke zur Zeit auch in ziemlichen Schlammassel. Also,... wenn du es nicht eilig hast, würd' ich dich gerne noch zu einem Kaffee einladen, ... sozusagen als kleine Entschädigung" - "Hm, also da sag ich nicht nein! Gerne!" Wir gingen in ein Café, das in der Nähe war, und unterhielten uns. Ich merkte sofort, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. "Ich heiße übrigens Steven!", er reichte mir die Hand. "Moni", sagte ich und lächelte ihn an. Ich sah auf die Uhr. Mist! Zehn nach drei sollte ich beim Kieferorthopäden sein, jetzt war es schon zehn vor drei! Schaffen würde ich es eh' nicht mehr, absagen konnte ich nicht, weil ich keine Telefonkarte hatte. Aber das war egal, denn nach Hause musste ich sowieso gehen, leider,... Ich gab ihm meine Telefonnummer und verabschiedete mich. 'Wenn er mich überhaupt einmal anruft, ist das ein wirkliches Wunder' dachte ich. Eigentlich hab ich überhaupt keinen Grund dazu, aber irgendwie bin ich doch immer optimistisch eingestellt, egal wie viele Enttäuschungen ich auch hinter mir hab'. Also hoffte ich weiterhin, dass er mich anruft. Tage vergingen. 'Es war nur ein kleiner Flirt, mehr nicht... warum sollte er mich auch anrufen? Ich bin doch hässlich wie Sau!' redete ich mir ein. Trotzdem ging mir immer wieder Steven durch den Kopf, und wie süß er mich angelächelt hat...
Ich ließ mich nach einem ziemlich stressigen Vormittag aufs Sofa fallen und zappte die TV-Kanäle durch. Plötzlich klingelte das Telefon. Mein Herz fing an wie Wild zu schlagen, ich machte das Fernsehen leiser und hob ab: "Hallo?"
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„Hi,
hier ist Chrissy!“, dröhnte mir eine quietschige Stimme ins Ohr. Es war
Chrissy, eine Mitschülerin die mich eigentlich nur selten anrief. Eigentlich
rief sie mich auch nur dann an, wenn sie eine Hausaufgabe nicht kapiert hat oder
keiner Zeit für sie hat, ich bin sozusagen ‚die letzte Möglichkeit‘ noch
etwas zu zweit zu Unternehmen. Enttäuscht setzte ich mich wieder. „Ich wollte
fragen, ob du Lust hast mit mir aufs Frühlingsfest zu gehen? Da soll heute ja
ne Menge los sein und ich dachte, ich könnte dir vielleicht helfen, ... ich
meine, ... da du ja immer noch nach einem Freund suchst...“ - „Chrissy, so
verzweifelt bin ich noch nicht, dass ich mich von irgendwem verkuppeln lasse! Ich bin doch kein Mauerblümchen das erst in einen größeren Topf gepflanzt
werden muss, damit es gesehen wird! Außerdem bin ich heute nicht in der
Stimmung Riesenrad und Achterbahn zu fahren.“ – „Aber das macht bestimmt
Spaß und außerdem...“ – „Nein, danke Chrissy! Ein Andermal vielleicht.
Tschüs.“ Empört knallte ich den Hörer auf die Gabel. „So eine Frechheit!
Jetzt hat sich wohl schon herumgesprochen, dass ,die kleine Streberin Moni‘
keinen Freund hat! Auf deren Mitleid kann ich wohl verzichten.“ Das Telefon
klingelte erneut: Wütend schrie ich in den Hörer: „Hab ich dir nicht gesagt,
du sollst mich in Ruhe lassen?“ Doch nicht Chrissy, sondern ein junger Mann
war am Telefon. Steven! „Meine Güte, das sind ja Ausbrüche bei dir, oder
wird hier jeder so begrüßt?“ Mir ist fast das Herz stehen geblieben, als ich
merkte, dass ich Steven eben angebrüllt habe, und stammelte vor mich hin. „Oh,...
hi Steven! Nein, … äh … entschuldige bitte!“ Er lachte. „Schon
gut. Ich wollte mal fragen, ob du noch Interesse hast, dich mit mir zu treffen?
Ich hatte deine Nummer verlegt, und...“ – „Natürlich hab ich Interesse!
Wann hast du Zeit?“ irgendwie glaubte ich, wenn ich nicht schnell reagieren würde,
könne er es sich ja noch anders überlegen und lies ihn nicht mal aussprechen.
Er lachte erneut. Langsam beruhigte sich mein Herzklopfen wieder. „Morgen“,
sagte er, „morgen Nachmittag, sagen wir, so gegen drei?“ So ein Mist!
Ausgerechnet um drei hab ich Volleyball. Aber wenn ich mich beeile, würde ich
es noch schaffen, dachte ich und sagte ihm zu.
Die
ganze Nacht machte ich kein Auge zu, so sehr schwebte ich auf Wolke 7. Warum
machte ich mir so viele Hoffnungen? Es war doch nur ein Date, und es war auch
nicht gesagt, dass er mich mag. Es war auch nicht gesagt, ob ich IHN mag! Schließlich
habe ich nur kurz mit ihm geredet und kenne seinen wirklichen Charakter nicht.
Am
nächsten Tag war die Schulzeit besonders quälend für mich, doch niemandem aus
der Klasse erzählte ich von meinem Date. Als Chrissy mich zur Rede stellte, was
gestern mit mir los war, antwortete ich mit einem „Ich war eben schlecht
drauf“ und verkrümelte mich wieder in die hinterste Ecke des Klassenzimmers.
Nachdem ich dreimal den Ball beim Volleyballspiel verpasst hatte, und einmal voll am Kopf getroffen wurde, fragte mich mein Lehrer, ob auch alles in Ordnung sei, und warum ich heute so abwesend erscheine. Ständig sah ich auf die Uhr. Jetzt war es schon kurz vor drei, und ich hatte ja schließlich noch mein Date. Eigentlich müsste ich ja noch eine halbe Stunde bleiben, deshalb antwortete ich: „Ich hab nur ein wenig Kopfschmerzen. Vielleicht sollte ich besser gehen...“ Das fand mein Sportlehrer auch, und schickte mich heim. So schnell ich konnte, zog ich mich an, schminkte und kämmte ich mich noch in der Umkleidekabine. Als ich gerade gehen wollte, und die Tür hastig öffnete, prallte ich mit meinem Sportlehrer zusammen und landete fast auf dem Boden. Er sah mich an und lächelte: „Hey, hey? Nicht so schnell! Ich denke, du hast Kopfschmerzen?“ Mir war klar, dass er wusste, dass ich gar keine Kopfschmerzen habe, und so wurde ich rot. „Du hast ein Date mit einem Jungen, stimmts?“ Entsetzt starrte ich ihn an: „Aber, woher wissen Sie...?“ – „Das sieht man an den Herzchen in deinen Augen!“, grinste der 32jährige Lehrer mich an, „Nun geh schon! Ich hasse es ja auch, zu spät zu kommen!“ Ich sagte nichts mehr, sondern lächelte ihn nur dankbar an. „Viel glück“ rief er mir noch zu, als ich schon die Treppe runterhetzte.
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Ich flitzte aus der Sporthalle raus und lief in schnellem Schritt um die nächste Straßenecke. Doch plötzlich blieb ich stehn. Wohin rannte ich eigentlich? Vor lauter Stress hatte ich ganz vergessen wo wir uns überhaupt treffen wollten!!! So stand ich dann bestimmt einige Minuten da und überlegte was er mir am Telefon gesagt hatte. Ich wusste, dass mir dadurch kostbare Zeit verloren ging. Wie ein Blitz schoss es mir dann wieder durch den Kopf: Der Park vor dem Cafe! Also rannte ich los zur nächsten Haltestelle, und sprang in den Bus.
Erleichtert und völlig außer Puste lies ich mich auf den Bussitz fallen. Ich schloss die Augen. Steven! Bald werde ich dich wiedersehen, mein Schatz! Wieder einmal verfiel ich ins Träumen, und hatte sein Bild noch genau vor Augen. Diese wunderschönen, mandelbraunen Augen, und dieses süße, freche Grinsen das er hatte. Ja, ich hörte sogar noch sein unbeschwertes Lachen im Hintergrund... <Moment! Das träume ich doch nicht. Das höre ich wirklich!> Ich drehte mich um und tatsächlich: Es war Steven! Er stand am hinteren Ausgang, und ich wollte ihn rufen, doch dann erst bemerkte ich, dass ein Mädchen neben ihm Stand, und sich mit ihm unterhielt. Sie war groß, schlank und blond, hatte natürlich blaue Augen und eine nicht zu kleine Oberweite. Ein blondes Traumgirl also, eine, mit der man sich wohl besser nicht anlegen sollte. Ich lies es lieber bleiben, Steven zu rufen. Ich sank etwas tiefer in meinen Sitz und beobachtete die beiden. An der nächsten Haltestelle plötzlich küsste das Mädchen Steven und verließ den Bus. Ich drehte mich um, und starrte vor mich hin. Sie hatte ihn geküsst, meinen Steven! Ich stand den Tränen nahe. Doch bevor ich auch nur irgendeine meiner Gefühlslagen ausleben konnte riss mich eine raue Stimme aus meinen Gedanken: "Ihren Fahrschein bitte!" Ich sah die Person an, der die Stimme gehörte und bemerkte, dass es ein älterer Herr Mitte 50 war, der eine undurchsichtige Sonnenbrille aufhatte und nicht besonders freundlich aussah. "Oh... äh ... warten sie." Endlich verstand ich was er von mir wollte, und kramte in meiner Tasche herum. "Hier, bitte!" Ich streckte ihm meine Monatskarte hin. Er musterte sie und sagte dann etwas gereizt "Die ist vor einer Woche abgelaufen!"
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Mein Blick sank zum Boden. Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte, und stammelte etwas von Vergesslichkeit als mich plötzlich eine vertraute Stimme erlöste. "Ist schon OK, sie fährt mit mir zusammen", erschrocken sah ich auf: Steven stand direkt neben dem Herren und hielt ihm eine Umweltkarte hin, "Das ist eine Premium! Da darf man jemandem mitnehmen!" Der Mann nahm die Karte: "Da haben sie aber noch mal Glück gehabt, junges Fräulein! Beim nächsten Mal haben sie vielleicht nicht so einen netten jungen Retter zur Seite stehn!" Er ging an uns vorbei ins hintere Abteil des Busses. Steven grinste mich an: "Jetzt bist du mir aber was schuldig!!" Ich wollte gerade abfangen zu lachen, doch da viel es mir wieder ein - das Mädchen an Stevens Seite. "Machst du das für jede, die dir über den Weg läuft?" Das Grinsen auf Stevens Gesicht verschwand. "Was meinst du denn damit?" - "Na ja? Du vergnügst dich doch wahrscheinlich sowieso mit jeder die du kriegen kannst - heute die morgen die! Oder wer war die hübsche Blonde vorhin?!" Er sah mich kurz an, fing dann aber an zu lachen. "Wir müssen raus", sagte er. Ich wurde wütend. Jetzt machte sich dieser Typ auch noch lustig über mich!
Als wir ausstiegen fragte er mich ob ich eifersüchtig sei. Es reichte mir. "Nein,... ach,... wieso denn?! Auf Weiberhelden steh ich nicht! Ich könnte genauso gut gehen" Ich drehte mich um, und wollte weggehen. Doch dann spürte ich seine Hand auf meiner Schulter, die mich sanft festhielt. Da war es wieder! Dieses Gefühl von Wärme in meinem Herzen... ich sah ihn an. "Hey, für dich mach ich gerne Schluß mit ihr... es wird mir nur schwer fallen, meine Schwester aus dem Haus zu kriegen..." Plötzlich ging mir ein Licht auf. "D....das war deine Schwester??" er nickte. Ich wurde rot und fing an zu lachen.
"Was wollen wir unternehmen?" - "Wie wär's erst mal mit einer Runde durch den Park! Du hast mir noch gar nichts erzählt über dich!" - "Haha!" wieder lachte er. Ich hätte dahinschmelzen können... Jetzt erst merkte ich, wie groß er war: 1,80m bestimmt! "Da gibt's nicht viel zu sagen. Eigentlich bin ich ziemlich langweilig! Ich denke..." er brach den Satz ab, und blieb wie erstarrt stehen. "Schnell! duck dich!!" Er sprang ins Gebüsch, nahm meine Hand und zog mich mit sich. Ich bekam Angst. "Aber, was ist denn..?" - "Pst!!" Sein Gesicht war nur ein paar Zentimeter von meinem entfernt. Er drückte meine Hand fester und sah vorsichtig durch die Blätter hindurch. Mein Herz fing an wie wild zu pochen...
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"Da vorne, siehst du?", er zeigte mit seinem Finger auf zwei Typen, die die Straße entlang liefen, "das sind zwei... naja.. sagen wir es sind nicht gerade gute Freunde von mir." Ich verstand nicht. "Aber.." - "Pssst!!!"
die beiden Typen blieben kurz neben dem Busch in dem wir uns versteckt hatten stehen und sahen sich um. Mann, das waren zwei Kleiderschränke! Beide trugen eine schwarze Sonnenbrille, die ihre Augen verbargen. Scheinbar suchten sie jemanden. "Oh mein Gott!!" flüsterte ich, denn ich sah, dass einer der beiden eine Waffe bei sich hatte, "Sind die etwa hinter dir her?! Was wollen die denn? Und warum müssen wir hier in diesem Busch sitzen?" Plötzlich spürte ich, dass Stevens Hand zittert. Hatte er Angst vor diesen Typen? Sie gingen weiter und Steven zog mich an der Hand. "Los komm! Ich erklär dir alles später. Jetzt müssen wir erst einmal weg von hier! Tut mir leid, aber aus unserem Park-Spaziergang wird wohl nichts.."
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Die Schönheit des Parks war vergangen. Wie hätte ich mich auch darauf konzentrieren sollen, wenn ich einen zitternden Jungen neben mir hatte, dessen Blicke ständig hin und her wanderten. Aber letztendlich tat ich das auch, da mir auch nicht ganz wohl bei dem Gedanken an die beiden Schränke war. Nach einigen hastigen Schritten waren wir wieder aus dem Park raus und langsam beruhigte sich mein Herz, aber nur, um gleich darauf wieder heftig zu schlagen, als ich merkte, dass Steven noch immer meine Hand hielt. Ein letztes mal sah er sich um und dann zog er mich schnell hinter sich in die Häuserschluchten, die sich um den Park ausbreiteten.
Wir
mussten ewig mit schnellem Schritt durch die Straßen gelaufen sein, als es mir
reichte. Meine Füße schmerzten und meine Lunge schnürte sich mehr und mehr
zu. Steven schien das zu merken und blieb stehen. Seine Hand verließ die
meinige und ich merkte die Kälte, die der schwache Wind ihr nun zufügte. Als hätte
man ein Teil von sich verloren; Als hätte man sich nach langer Zeit den Bart
abrasiert, wenn man den Aussagen einiger meiner Freunde glauben durfte. Trotzdem
wischte ich die Hand nicht an meiner Hose ab, wie es sonst meine Art war,
sondern ließ Sie ganz normal neben mir baumeln, während ich Steven in seine
wunderschönen Augen blickte. Ein letztes mal schwenkte sein Kopf, doch wieder
sah er nichts und blickte so in meine Augen. Sein Blick schien verträumt zu
sein und er lächelte mich an, worauf ich ihm alles verzieh und er mir nicht
einmal mehr eine Erklärung schuldig war. Dennoch begann er, zu sprechen:
„Diese Beiden dort...“ Ich merkte, dass er völlig außer Atem war, also
legte ich ihm beruhigend die Hand auf die Schulter, worauf er auch schon sank
und die Hände in die Knie stemmte, während er versuchte, allen Sauerstoff der
Welt zu atmen. „Dort drüben ist ein Cafe Steven! Lass uns dort hingehen, okay?“
Er nickte und richtete sich schwerfällig auf. Dann gingen wir schräg über die
Straße zu dem Cafe, doch unsere Hände berührten sich dabei nicht wieder.
Es dauerte zwei Tassen Kaffee, bis Steven wieder eine halbwegs annehmbare Gesichtsfarbe einnahm und nicht mehr so schlapp aussah. Ich hatte mich in dem Korbstuhl zurückgelehnt und nippte noch immer an meinem Getränk. Ich musste ihn einfach die ganze Zeit ansehen. Bis zu diesem Augenblick hatte ich nicht wirklich an Liebe auf den ersten Blick geglaubt, aber die Sympathie, die bei Freunden von Anfang an da ist, da Sie sonst keine Freunde wären, war bei ihm viel stärker. Ich fühlte mich mit ihm unsichtbar verbunden, auch wenn ich ihn nicht wirklich kannte. Plötzlich beugte er sich ganz unerwartet über den Tisch und ergriff meine Hände, die merkwürdigerweise nicht zurückschreckten. Ich ließ das warme, gutmütige Gefühl von meinem Körper Besitz ergreifen und sah ihn mit verträumtem Blick an, was im nachhinein wohl eher abstoßend aussah. Doch in dem Moment dachte ich nicht darüber nach. Er sah mir fest in die Augen und ich sah das Strahlen und all die Wärme, die darin war. Doch in dem Moment, in dem er anfing zu sprechen, hatte er wieder diesen Blick, den er bei unserem ersten treffen hatte. Der Blick, der traurig und bekümmert ist und der sich um etwas sorgt. „Ich muss dir etwas wichtiges sagen, was du auf alle Fälle wissen solltest, wenn wir uns weiterhin treffen wollen!“ Er stoppte kurz, doch fügte dann hastig hinzu: „Was ich auf alle Fälle will!“ Dann stockte er wieder und schien nach den richtigen Worten zu suchen. Auch mein Gesichtsausdruck wurde besorgt und ich rechnete mit allem. Die Spannung zerriss mich innerlich und es schienen Stunden zu vergehen, bis er endlich weitersprach.
TEIL VII - by Crowy ( http://www.the13thfloor.de )
Aus seiner Stimme hörte man Verunsicherung, Angst....vielleicht sogar Furcht,
doch seine Stimme klang dennoch wie Musik in meinen Ohren, selbst wenn die
Melodie etwas beängstigendes, und wie ich später feststellen sollte, auch
schreckliches, berichtete.
„Es gibt Menschen, deren Leben in geordneten Verhältnissen und geraden Linien
abläuft und es gibt jene, die ein ganzes Leben darum kämpfen müssen, diese
Sicherheit, diese geordneten und geraden Linien Einzug in ihr Leben halten zu
lassen. Es gibt Menschen, wie dich.... und es gibt Menschen wie mich.“ fing er
an zu erzählen und es war mir unklar worauf er hinaus wollte. Doch eines war
wie ein Stich in mein Herz, wie konnte er behaupten, dass wir verschieden sind,
bei diesem Bund, den ich zwischen uns zu fühlen vermochte. Ich unterbrach ihn
jedoch nicht, in der Hoffnung, dass es sich im Laufe seiner Erzählung klären würde.
„Ich weiß nicht viel über dich, aber eines, da bin ich mir sicher, du
musstest wahrscheinlich niemals um dein Leben fürchten, sobald du deinen Fuß
aus deinem Haus setztest. Ich muss sogar darum fürchten, wenn ich noch nicht
einmal den ersten Schritt gegangen bin. Und das, was am verwirrensten an dieser
ganzen Geschichte ist, ist dass ich dafür nicht einmal wirklich etwas kann.“
Er schwieg kurz, löste für einen Augenblick seine Hand von meiner, nahm einen
Schluck Kaffee, wobei er ebenfalls seinen Blick senkte und mir nicht mehr in die
Augen sah. Eine gewisse Kälte stieg in mir für diesen Moment auf und gesellte
sich zu meinem Herzklopfen, das ich seinetwegen hatte, und das Herzklopfen und
das schummrige Gefühl in der Magengegend angesichts seiner Erzählung. Was würde
mich wohl noch erwarten, fragte ich mich.
Dann
setzte er beinahe lautlos die Tasse wieder auf dem Tisch ab, nahm meine Hand,
sah mir erneut in die Augen und setzte seine Erzählung fort.
„Ich sagte verwirrend, aber eigentlich ist es vielmehr unfair... ich bin in
meine Familie hineingeboren, in eine Familie, die ich am liebsten nicht einmal
kennen würde. Doch das Leben spielt einem so manchen Streich und erlegt einem
so manche Prüfung auf. Ich will nicht klagen, denn in gewisser Weise hat schließlich
jeder seine Prüfungen im Leben zu bestehen und jeder geht seinen Weg allein und
trifft seine Entscheidungen, wie er mit der ihm gegeben Situation und dem ihm
gegeben Leben umgeht. Ich habe mich entschieden mich gegen meine Familie zu
stellen, gegen das Blut meiner Ahnen... ja, meine Familie genießt einen
gewissen Ruf in dieser Stadt und es ist kein guter...
Ein Glanz von Hass hatte kurz in seinen Augen aufgefunkelt, doch jetzt war es
wieder die Trauer, die Verzweiflung und die Angst die sich in seinem Auge
spiegelten.
Sein Familienname war bekannt in der Stadt, nicht jeder ist Sohn des Bosses
eines Verbrechersyndikats, das sowohl für Anschläge, Brandstiftung,
Schutzgelderpressungen und Drogenhandel, als auch für Morde bekannt ist.
Mein
Herz verkrampft sich... wieso musste ausgerechnet ich mich in den Sohn eines
Verbrechers verlieben?
Warum
muss der Junge, dem ich über den Weg laufe, der mich leiden kann und mich wie
eine Prinzessin behandelt, der erste, der auch für mich etwas zu empfinden
scheint ausgerechnet „Stefano Giovanni“ sein?
Es
war ungerecht!
...oder?...
Nein?!...wie
sagte er?
Das
Leben erlegt jedem Menschen seine Prüfungen auf... ja... und das schien meine
zu sein.
Ich
konnte es immer noch nicht glauben, was ich gehört hatte, Steven......
war
er Steven? .....oder doch Stefano?
Nein...
Nein! Für mich würde er niemals Stefano Giovanni sein! Er würde für mich
immer Steven bleiben! Ich hatte ihn als Steven kennen gelernt, als einen
liebvollen, charmanten, hübschen und gutmütigen Menschen, niemals würde er in
meinem Munde und in meinem Kopfe diesen Namen des Schreckens tragen, einen
Namen, dem er in Nichts gleichte oder dem er nicht im Geringsten gerecht wurde.
Er
ist Steven, doch ihn als Steven zu akzeptieren, machte ihn nicht weniger zum
Sohne Fabrizio Giovanni's ... ja, das musste ich mir jetzt eingestehen...
Meine Prüfung des Lebens hatte erst begonnen.
Aber andererseits muss ich auch sagen, dass ich Glück habe. Mein Instinkt sagte
mir, dass ich Steven glauben kann. Er wollte ja gar nichts mit seiner Familie zu
tun haben, er konnte nichts dafür. Wieso sollte er wegen seinem Schicksal auch
noch bestraft werden?
„Na gut. Ich glaube dir. Aber dann waren diese zwei Jungs, vor denen wir geflüchtet sind, auch Verwandte von dir?“
„Ja, der eine ist mein Cousin und der andere mein Bruder.“
Jetzt wurde ich plötzlich neugierig, und ich merkte, wie plötzlich viele Fragen in meinem Kopf auftauchten und durchlöcherte ihn deswegen:
„Wo wohnst du denn? Bei deinen Eltern nicht, oder? Wieso wolltest du denn nicht umziehen, oder etwas tun? Zur Polizei gehen? Wie bist du damit fertig geworden, all die Jahren? Warum....“
„Warte! So viele Fragen auf einmal“, und der lächelte über meinen Eifer. „Also. Ich konnte nicht zur Polizei, die würden mir nichts glauben, auch du hast ja gezögert, wie sollte mir also ein Polizist glauben schenken, dass ich nicht zu dieser Schandfamilie gehören will. Natürlich habe ich alle möglichen Gesetzesbücher gelesen und weiss, das solange ich nicht Volljährig bin sowieso keine Chance hätte. Genug Geld für einen Anwalt habe ich auch nicht, also, was sollte ich tun? Und das mit dem Wohnen ist auch so eine Sache, weisst du?! Es ist nämlich so..."